Diagnose: Alzheimer – Wie geht es weiter?

Die Diagnose „Alzheimer-Demenz“ löst meist widersprüchliche Gefühle aus. Das ist ganz normal: viele sind im ersten Moment erleichtert, endlich eine Erklärung für die gespürte Desorientierung, Verwirrung und Vergesslichkeit zu haben. Der Erleichterung begegnet dann allerdings schnell Angst und Unsicherheit vor dem, was die Diagnose bedeutet.

Sich nun zurückzuziehen und die Augen zu verschließen, wäre eine verständliche Reaktion, doch ist sie die falsche. Mit Mut, Offenheit und fremder Hilfe können Sie trotz der ersten Symptome noch vieles selbständig regeln, planen und tun.

Und vor allem: je früher Sie mit einer Therapie beginnen, umso besser. Sie kann den Verlauf zumindest verlangsamen. Ergreifen Sie die Chance.

Vogel-Strauß-Taktik führt zu nichts

Demenz ist in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Die Scham davor, dass das persönliche Umfeld erfährt, dass man erkrankt ist, haben nicht nur die Betroffenen sondern auch die Angehörigen.

Sich zu verstecken, Ausreden zu finden und sich zu isolieren tut nicht gut und verschlimmert Ihre Situation nur noch mehr. Ein mutiger Schritt in die Öffentlichkeit ist es, ehrlich seine Defizite zu formulieren und um Hilfe zu bitten, wenn nötig.

Wenn Sie Termine durcheinander bringen, können Sie Ihre Bekannten bitten, Sie kurz davor anzurufen und Sie zu erinnern. Eine Möglichkeit ist auch, sich von zu Hause abholen zu lassen, wenn Sie sich örtlich nicht mehr so gut zurechtfinden. Ein offener Umgang mit Ihrer Erkrankung wird Ihnen und Ihrem Umfeld viele Missverständnisse ersparen.

Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen sind gerade in der ersten Zeit nach der Diagnose sehr hilfreich. Sie informieren individuell worauf Sie achten können und welche Möglichkeiten Sie haben.

Therapeutisch gut versorgt

Leichter gesagt, als getan: Finden Sie einen Spezialisten oder wenden Sie sich an eine Gedächtnisambulanz. Es ist wichtig, medizinisch umfassend betreut zu werden. Und obwohl Alzheimer unheilbar ist, zeigen Studien und Erfahrungswerte, dass die Therapien positive Effekte auf die Lebensqualität der Patienten haben.

Ganzheitlich betrachtet ist es wiederum wichtig, dass Sie aktiv bleiben – geistig, körperlich und auch im sozialen Bereich. Zusammengefasst: seien Sie mutig und lassen Sie Hilfe zu! Nur so können Sie der Erkrankung begegnen.

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