Ergotherapie bei Demenz

Thema: Allgemein
Abgeleitet vom Griechischen „ergein“, was „handeln“ bedeutet, geht Ergotherapie davon  aus, dass „tätig sein“ ein menschliches Grundbedürfnis ist. Daraus wird gefolgert, dass gezielt eingesetzte Tätigkeit gesundheitsfördernde und therapeutische Wirkung hat.

Ergotherapeuten unterstützen somit Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind und/oder ihre Möglichkeiten erweitern möchten. Zu dieser Personengruppe zählen natürlich Menschen, die an einer Alzheimerdemenz erkrankt sind, weil sukzessive motorische Kompetenzen verloren gehen. Ergotherapie kann die Alltagsfähigkeiten, wie kochen oder ankleiden, der Betroffenen fördern oder zumindest erhalten helfen.

Nutzen der Ergotherapie

In der Ergotherapie werden spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung gezielt und ressourcenorientiert eingesetzt. Dies erlaubt dem Klienten, seine Handlungsfähigkeit im Alltag, seine gesellschaftliche Teilhabe und seine Lebensqualität zu verbessern. Ergotherapeuten verwenden spezielles Material, setzen gestalterische Techniken ein, optimieren Handlungsabläufe oder üben Alternativen, wenn diese für den Patienten leichter zu bewerkstelligen sind.

Gemeinsam werden zum Beispiel Aktivitäten gesucht, die wichtig waren oder gerne ausgeführt wurden und Wege, diese trotz Einschränkungen trotzdem durchzuführen. Statt der Betreuung des gesamten Gartens, kann etwa ein Hochbeet wertvolle Ersatzbeschäftigung sein. Besonders im Anfangsstadium einer Demenzerkrankung ist eine unterstützende Ergotherapie sinnvoll. Mit dem Fortschreiten der Krankheit richtet sich der Fokus zunehmend darauf, Körperwahrnehmung und Bewegung zu fördern.

Angehörige miteinbeziehen

Wichtig ist es auch, Angehörige in Handlungs- und Tagesabläufe einzubeziehen. Sie wissen am besten, wo sich die Erkrankten häufig bewegen oder wo sich typischerweise Brille, Schlüssel und Co verstecken. So kann auch der Haushalt den Anforderungen besser angepasst werden. Der Ergotherapeut schult auch darin, wie der Angehörige bestmöglich dem Demenzkranken Hilfestellungen geben kann, ohne zu befehlen und dadurch wieder den Selbstwert zu verletzen.

Ziel ist es, allen Beteiligten mehr Lebensqualität und Erleichterung im Alltag zu ermöglichen. Erfolgserlebnisse – und wenn es „nur“ die Zubereitung des Mittagessens in der Mikrowelle ist – zählen dazu genauso, wie das selbständige Duschen oder Ankleiden. Ergotherapie wird von selbständigen Ergotherapeuten angeboten, viele Hilfsorganisationen, wie Rotes Kreuz, Hilfswerk oder Caritas, haben in ihrem Angebot aber auch schon Ergotherapie.

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