Gönnen Sie sich Ruheoasen im Alltag

Pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen sind wahre Tausendsassa. Schließlich fordert die Alzheimerdemenz eine Rundumbetreuung, nicht nur Pflege im engeren Sinne. Die Aufgaben sind vielfältig: Alltagsgestaltung, Aktivierung des Erkrankten, Begleitdienst bei Arztbesuchen, Hausarbeit, Einkäufe, Informationen über soziale Leistungen einholen und so weiter.

Gleichzeitig müssen betreuende Angehörige mit tiefgreifenden Veränderungen im zwischenmenschlichen Bereich zurechtkommen. Wer sich im Alltag keine Verschnaufpause gönnt, läuft schnell Gefahr, auszubrennen. Aus Sorge um den Erkrankten wird allerdings häufig zu wenig auf sich selbst geachtet.

Kleine Pausen im Alltag nehmen

Auch wenn der Alltag ausgefüllt ist mit Betreuungsaufgaben, versuchen Sie sich zumindest kleine Verschnaufpausen zu schaffen. Diese sind vor allem zu Beginn meist realistischer einzuhalten und sie sind auch psychologisch wichtig, um Vertrauen zu gewinnen, dass der Erkrankte auch ohne Sie kurzfristig auskommen kann.

Kann der Erkrankte nicht mehr alleine bleiben, gibt es mobile Dienste, die stundenweise ins Haus kommen, aber auch ehrenamtliche Helferinnen, etwa von der Caritas Socialis (http://www.cs.or.at/deutsch/caritas-socialis/ehrenamtliche-mithilfe/demenz-wegbegleiterinnen/demenz-wegbegleiterinnen.html) oder der Caritas.

Besuchsdienste sind für den Erkrankten auch eine Chance, etwas am sozialen Leben teilhaben zu können. Für Ihre kleinen Auszeiten gilt: gut tut, was Ihnen gefällt.

Längere Auszeit für Urlaub nutzen

Je intensiver oder länger die Betreuung bereits ist, umso wichtiger ist es, sich längere Erholungsphasen zu erlauben. Diese sind notwendig, damit  Körper und Seele zur Ruhe kommen können. Dann ist es auch wieder möglich, neue Energien zu mobilisieren.

Eine Möglichkeit, die gemeinsam realisiert werden kann, ist zum Beispiel der Therapie- und Förderaufenthalt der MAS Alzheimerhilfe Bad Ischl (www.alzheimerurlaub.at/index.html). Die Erkrankten erhalten professionelle Betreuung, währenddessen die Angehörigen abschalten und ausspannen können.

Wird eine längere Auszeit benötigt, besteht die Option Familie und Freunde mit der Betreuung zu betrauen und bei Bedarf mobile Pflegedienste zur Unterstützung anzufordern. Auch die Kurzzeitpflege, die eigens für pflegende Angehörige angeboten wird, kann Entlastung bieten. Diese kann im Ausmaß von bis zu maximal 6 Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Sie zielt darauf ab Urlaub von der Pflege zu ermöglichen.

Diverse Krankenkassen bieten zudem eigens geschnürte Entlastungspakete in Form von Kuraufenthalten (www.pflegedaheim.at/cms/pflege/thema.html?channel=CH1701). Wofür Sie sich auch entscheiden: versuchen Sie loszulassen und genießen Sie die Zeit.

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