Lernspiele für Kinder

„Was ist mit meinem Opa los?“, fragen sich Kinder, deren Familienmitglieder an Demenz erkranken. Mit Hilfe von Lernspielen können Kinder altersgerecht an das Thema Alzheimer-Demenz herangeführt werden.

Aus der Sicht von Kindern sind Erwachsene allmächtige Riesen. Sie dürfen alles, können alles. Die Fähigkeiten der „Großen“ erscheinen kleinen Kindern oft grenzenlos. Wenn die „Großen“ ihre kognitiven Fähigkeiten verlieren, weil sie an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erkrankt sind, ist das für Kinder schwer zu verstehen. Patienteninitiativen und Pädagogen setzten mehr und mehr auf spielerische Wissensvermittlung, die erklärt, warum Oma und Opa geistig abbauen. Auch die Forschung setzt sich mit medizinischen Lernspielen und ihrer Wirkung auseinander.

Lernen über Demenz: Gesundheitskompetenz für Kinder

Eine chronische Krankheit beschäftigt nicht ausschließlich den Erkrankten. In einem Familienverbund ist das ganze System mitbetroffen. Egal ob es sich dabei um Demenz oder etwa Diabetes handelt: Gesundheitskompetenz hilft beim Umgang mit der Krankheit und ihrer sozialen Folgen. Keinesfalls sollen die Erwachsenen Kinder vor der Krankheit „beschützen“ wollen und im Unklaren lassen. Bereits ab acht Jahren können Kinder auch Zusammenhänge verstehen. Bei jüngeren Kindern reicht es oft zu sagen „Opa hat eine Krankheit die Du und ich nicht bekommen können. Wir können ihm helfen, damit er sich wohlfühlt“.

Lernspiele: Demenz kindgerecht erfahren

Ab dem mittleren Volksschulalter sind Kinder alt genug um ein Lernspiel zu versuchen. Die Auswahl ist dabei groß. Brett- und Kartenspiele sind für verschiedene Altersgruppen erhältlich. Auch internetbasierte Games stehen zur Verfügung. Pädagogen weisen ausdrücklich auf den Wert solcher Lernspiele hin. Wir Erwachsene haben das Spielen verlernt: je ernster ein Thema, desto weniger erlauben wir uns Spiel und Fantasie. Das ist schade, weil der spielerische Zugang sehr wirkungsvoll sein kann. Spiele können komplizierte Alltagssituationen lebensnaher nachempfinden als eine Erklärung oder ein Buch. Dazu kommen logische Abläufe, die Kindern natürlich erscheinen. Auch einen Motivationsfaktor gibt es: Belohnungssysteme und überraschende Wendungen fördern den Spieltrieb und können die Aufmerksamkeit der Kinder an das Thema fesseln. Kinder haben so das Gefühl sich Wissen selbst erarbeitet zu haben.

Grundbedingung: Spaß haben

Ganz wichtig ist bei Lernspielen jedenfalls der Spaß. mit erhobenem Zeigefinger ernsthaft Fakten vermitteln zu wollen, wäre falsch, betonen Pädagogen. Vom unbefangenen Zugang der Kinder zum Thema Demenz können auch die Erwachsenen viel lernen: Spaß haben und Oma und Opa in ihren gesunden Aspekten zu sehen, statt nur Defizite wahrzunehmen. Diese Technik im Umgang mit Demenzpatienten, die Erwachsene erst lernen müssen, nennt sich „Validation“. Kindern ist diese Fähigkeit angeboren.

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