Aktive Alltagsgestaltung

Eine allzeit aktive Alltagsgestaltung ist besonders für Menschen im Frühstadium einer Demenzerkrankung unheimlich wichtig. Daher: lassen Sie sich nicht unterkriegen, obwohl die Orientierung nachlässt und Sie vielleicht Termine vergessen oder die Zahnbürste in der Bestecklade liegt.

Nicht Rückzug aus der Umwelt sondern aktives Auftreten nach außen ist gefragt. Denn soziale Kontakte, das Ausüben von Hobbys und Sport sind wichtig für ein ausgefülltes Leben. Mit unseren Tipps können Sie sich gleichzeitig den Alltag nicht nur leichter, sondern aktiver gestalten.

Mit Struktur lebt sich’s leichter

Ein strukturierter Wochenplan und möglichst regelmäßige Tagesabläufe bieten Sicherheit und erleichtern den Alltag. Ein übersichtlicher, großer Terminkalender an einem häufig frequentierten Ort Ihrer Wohnung (Küche, Vorzimmer) sollte auf einen Blick die ganze Woche zeigen.

Seien Sie kreativ und nutzen Sie farbliche Einträge, die die jeweilige Tätigkeitsgruppe umfasst. Zum Beispiel kann Blau für die Kategorie Bewegung stehen, Rot für Hausarbeit und Grün für Gedächtnistraining. So können Sie gut geplant viel mehr Dinge eigenständig bewältigen, als Sie vielleicht im Moment für möglich halten.

Geistig und körperlich in Bewegung bleiben

Tun Sie, was Ihnen gut tut und sorgen Sie für einen guten Mix aus geistiger und körperlicher Beschäftigung. Dies können Tätigkeiten im Haushalt sein, Malen, Tanzen, Kreuzworträtseln, Patiencelegen, Karten spielen, Sudoku, Radfahren oder Schwimmen.

Manchen Menschen fällt es schwer Hobbys, die sie nicht mehr so wie früher ausüben können, weiterhin zu betreiben – es geht jedoch nicht um Perfektion, sondern die Freude am Tun. Gerade im Freien bieten sich Gruppenaktivitäten an, sofern die Orientierung nicht mehr so gut ist.

Hinzu kommt, dass Sie automatisch ins Gespräch kommen und neue Menschen kennenlernen können. Es gibt viele regelmäßige Gruppentreffen, wie zum Beispiel für Nordic Walking, Wandern (z.B. Alpenverein, Naturfreunde) oder auch geführte Stadttouren, etwa von der Wiener Volkshochschule.

Mutig in den Alltag gehen

Krank zu sein bedeutet nicht, sich verstecken oder schämen zu müssen. Dass der Alltag oft anders aussieht, das wissen Menschen mit Behinderungen oder Krebs-Erkrankte nur zu gut. Und das, obwohl sich viele Menschen über Jahrzehnte für eine Gleichberechtigung im Alltags- oder Berufsleben bereits erfolgreich eingesetzt haben.

Mit einer Alzheimer-Erkrankung geht leider immer noch ein sehr großes Tabu einher. Obwohl Betroffene immer wieder berichten, dass ein aktives, mutiges Kommunizieren der eigenen Erkrankung nach außen sehr positiv von der Umwelt aufgenommen wird.

Wir können Ihnen auch nur raten: Sprechen Sie Ihre Erkrankung an – ob im Bekanntenkreis, Tanzverein, Chor, Fitnesscenter usw. Schließlich wird das Umfeld in dem sie sich aufhalten, mehr Verständnis aufbringen und besser auf sie eingehen können.

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