Spezielle Demenzangebote zur Inklusion

Menschen, die von Demenz betroffen sind, brauchen oft viel Unterstützung. Trotzdem stehen sie im Leben und haben gesunde Anteile. Spezielle Angebote helfen bei der Inklusion dementer Personen.

Tapetenwechsel, Urlaub machen: das brauchen alle Menschen. Ein Schauplatzwechsel und ein anderes Klima sind toll für Körper und Geist. Auch das Gefühl mit den eigenen Händen etwas erschaffen zu haben, gibt das Gefühl wertvoll zu sein und gebraucht zu werden. Was für uns „normgesunde“ Menschen gut ist, hilft auch Demenzkranken. Allerdings haben sie besondere Bedürfnisse, auf die eingegangen werden muss. Das können Angehörige alleine meist nicht bewältigen. Spezialangebote bieten Gelegenheit zu Inklusion und Teilhabe für Menschen, die von Demenz betroffen sind. Drei davon stellen wir Ihnen vor.

Urlaub am Bauernhof

Landluft, Natur und die Einbindung in die Familie: Urlaub auf dem Bauernhof ist bei jeder Altersgruppe beliebt. Auf dem Hof Obergüt in der Schweiz ist man auf Demenzkranke eingestellt. Sie finden am Hof und bei der Familie Anschluss und können sich ohne Sorge – oder ohne Ihren Angehörigen Sorge zu bereiten – in der Natur bewegen. Möglich gemacht wird dieses Spezialangebot durch die enge Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern aus dem nahegelegenen Krankenhaus. Im Rahmen eines Urlaubsaufenthaltes oder Tageweise werden Demente am Bauernhof professionell betreut und können in dieser Zeit Alltag und Defizite vergessen.

Inklusion durch gemeinsames Handwerk

Wer von Demenz betroffen ist gehört deshalb lange nicht zum alten Eisen! Betroffene können in dieser Lebensphase gesunde Aspekte in sich sehen und Kompetenzen ausleben, statt immer nur auf Defizite zu achten. So gibt es in Baden-Württemberg einen „Männerschuppen“ wo demente Männer mit Männern ohne Einschränkungen gemeinsam handwerken. Den Betreibern geht es darum, bestehende Talente zu aktivieren. So bauen und reparieren die Männer in Gemeinschaft, so wie sie es früher am Arbeitsplatz erlebt haben. Im Männerschuppen haben von Demenz betroffene Männer die Möglichkeit etwas zu erschaffen.

Betreutes Reisen mit dem Roten Kreuz

Auf Reisen gehen befriedigt die menschliche Sehnsucht nach der Ferne und bringt uns in Kontakt mit fremden Kulturen und neuen Orten. Reisen tut uns allen gut, warum sollte das bei dementen Personen anders sein. Diesem Gedanken gemäß bietet das Rote Kreuz betreute Reisen für Demenzkranke an, die sich in einem Sicherheitsnetz aufgehoben, auf Tour begeben können. In Gruppen um die 25 Personen werden durchorganisierte Ausflüge angeboten. Abholung von der Haustüre inklusive. Möglich gemacht wird dieses Spezialangebot von ehrenamtlichen Pflegeprofis und den Sanitäterinnen und Sanitätern des Roten Kreuzes.

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