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Medikamentöse Therapie

Für eine Alzheimerdemenz gibt es keine Heilung. Therapien zielen darauf ab den Krankheitsverlauf zu bremsen – gestoppt werden kann er nicht. Die Behandlung ist vielschichtig und umfasst Medikamenteneinnahme, kognitive Übungen, Verhaltenstherapie, Ergotherapie und adäquate Umweltgestaltung. Umso früher therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden, desto größer die Chance das Fortschreiten zu verlangsamen. Die medikamentöse Behandlung einer Alzheimerdemenz zielt auf drei Bereiche ab: Die Reduktion des Verfalls der Gehirnleistung (Kognition), die Behandlung von Verhaltensstörungen (etwa Aggressivität , Angst, Störungen des Tag-/Nachtrhythmus usw.) und Verbesserung der Alltagsaktivität.

Erhaltung der Gedächtnisleistung

Für die Erhaltung der Gedächtnisleistung sind zwei synthetische Wirkstoffgruppen relevant.

Acetylcholinesterasehemmer wirken dem Abbau des Acetylcholins im synaptischen Spalt entgegen und tragen dazu bei, die cholinerge Erregungsübertragung an der Nervenzelle für eine Zeit zu stabilisieren. In Österreich sind folgende Acetylcholinesterasehemmer zugelassen: Rivastigmin, Donepezil und Galantamin. Sie werden bei leichter bis mittelgradiger Demenz eingesetzt. Sie fördern Kognition, Alltagsaktivität und zeitigen stabilisierende Effekte im Verhalten der Patienten.

Bei mittelgradiger bis schwerer Demenz wird Memantine eingesetzt. Es wirkt der übermäßigen Ausschüttung von Glutamat, einem Botenstoff im Gehirn, entgegen. Bei krankhaften Prozessen im Gehirn wird mehr Glutamat hergestellt, als der Körper benötigt. Ist im Gehirn zu viel vorhanden, wird dieser Stoff schädlich für die Nervenzelle. Memantine wirkt als Glutamatantagonist und trägt dazu bei, das Absterben von Nervenzellen zu verhindern. Die Einnahme von Memantine soll das Gehirn vor Überstimulation schützen und die Krankheit verlangsamen. Auch führt es zu einer teilweisen Verbesserung neuropsychiatrischer Verhaltensstörungen, die besonders bei schwerer Demenz zunehmen.

Als Antidementivum pflanzlichen Ursprungs steht der Ginkgo biloba-Spezialextrakt (EGb 761®) zur Verfügung. EGb 761® besitzt Radikalfängereigenschaften, steigert die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel, besonders bei Nervenzellen, vermindert das Absterben von Nervenzellen, verbessert die Gedächtnisleistung, das Lernvermögen und die Durchblutung im Gehirn. Neuere Studien zeigen auch Effekte bei neuropsychiatrischen Verhaltensstörungen.

Nicht-medikamentöse Alternativen

Diese tragen häufig dazu bei, dass Erkrankte zufriedener werden und länger selbstständig bleiben.

  • Ergo- und Physiotherapie

    Ziel der Ergotherapie und Physiotherapie ist die Förderung der motorischen Kompetenzen der Patienten. Routinehandlungen wie Kochen, Zähneputzen, aber auch Ankleiden und Arbeiten im Haushalt werden trainiert, um diese so lange wie möglich zu erhalten. Dies nicht nur um die Selbständigkeit zu fördern, sondern auch um die Würde des Betroffenen zu bewahren und eine sinnvolle Beschäftigung für den Alltag zu geben.

  • Diätologie

    Demenzerkrankungen sind oft verknüpft mit Veränderungen der Nahrungsaufnahme und des Essverhaltens. Daher ist eine Ernährungstherapie erforderlich, um Mangelernährung zu vermeiden, den Ernährungszustand zu erhalten bzw. zu verbessern. Pflegepersonen und Angehörigen sollten Ernährungstherapeutisch unterstützt werden

  • Psychotherapeutische Behandlung und Aufklärungsgespräche

    Psychotherapie – etwa in Form einer Gesprächstherapie – soll vor allem im Anfangsstadium dazu beitragen, besser mit der Diagnose zurechtzukommen. Auch Kunst- und Musiktherapie haben positive Auswirkungen auf das Wohlergehen.

  • Gedächtnistraining

    Behutsames Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining ist besonders in den ersten Stadien wichtig, um die kognitive Leistung anzuregen.

  • Musiktherapie

    Musiktherapie soll Menschen mit Demenz helfen Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern, Angst, Unruhe sowie Isolation zu vermindern und damit ein Erleben von Zugehörigkeit vermitteln. Musik kann alte Gedächtnisinhalte reaktivieren und verbessert Ausdrucksvermögen und Stimmungslage.

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Weitere Informationen & Antworten zum Thema „Was ist Demenz?“ finden Sie unter:
DF_LM_Demenz_2015-03-10 _Demenz_Txt2