Demenzfreundliche Lebenswelten

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Demenzfreundliche Lebenswelten

Thema: Allgemein

Demenz nimmt bei Erkrankungen des Alters einen immer höheren Stellenwert ein. Deshalb beschäftigen sich mittlerweile auch Kommunen mit der Frage, wie die Lebenswelt für die Erkrankten möglichst gut gestaltet werden kann.

Information und Schulung

Demenz ist immer noch eine Erkrankung, die verunsichert. Viele Menschen wissen nicht, wie sie sich einem Demenzpatienten gegenüber verhalten sollen und gehen deshalb auf Abstand. Ein gut ausgeführtes und breit angelegtes Informationsprogramm und Schulungsangebote können hier viele Hürden abbauen.

Apotheken und Ärzte
Apotheken und Ärzte werden häufig aufgesucht. Gut geschult und informiert können sie wertvolle Beratungen für Erkrankte und Angehörige bieten und auf weitere Stellen hinweisen, bei denen Hilfe und Unterstützung zu finden ist.
Polizei
Polizisten kommen auch häufiger mit Demenzerkrankten in Berührung, oft werden sie Opfer von Trickbetrügern. Aber es kommt auch vor, dass sie einen Menschen verwirrt und orientierungslos auffinden und seine Adresse in Erfahrung bringen müssen. Geschulte Polizisten können hier beruhigend einwirken.
Geschäfte und Banken
Der Umgang in den Geschäften, in denen regelmäßig eingekauft wird oder in der Hausbank kann ebenfalls zu einer freundlichen Lebenswelt beitragen, wenn Verkäufer und Bankangestellte mit gelegentlichen Aussetzern und Verwirrungen angemessen umgehen können.
Freunde und Verwandte
Im Freundeskreis oder der Verwandtschaft fällt es oft besonders schwer, mit der veränderten Lage umzugehen. Hier kann es sehr helfen, verstehen zu lernen, was mit dem vertrauten Menschen gerade passiert und wie damit umzugehen ist.

Netzwerke aufbauen

Das Ziel demenzfreundlicher Lebenswelten ist es, den Erkrankten so lange wie möglich eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern. Dazu werden viele einzelne Bausteine benötigt. Die meisten Patienten sind noch körperlich rüstig und mobil und auch willens, etwas zu unternehmen. Deshalb ist es gut, wenn viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Das kann sich um ein wöchentliches Treffen handeln, um Tagespflege, Aktionen wie gemeinsame Spaziergänge oder Besuche in Museen und Ausstellungen, Seniorensport oder Besuchsdienste. Rund um den Erkrankten sollte ein möglichst lückenloses Netz geknüpft sein, angefangen von der ärztlichen Betreuung, über eine gute Apotheke, Beratungsstellen für Demenz, Pflegeheime und ambulante Pflegeeinrichtungen und Anlaufstellen für Angehörige. Denn es ist von großer Wichtigkeit, dass die Angehörigen in dieser Zeit auch entlastet werden und nicht die ganze Pflege allein auf sich nehmen. Denn entspannte Angehörige verbessern ebenfalls die Lebenswelt.

Demenzfreundliche Lebenswelten zu schaffen ist besonders für die Frühstadien der Erkrankung sehr wichtig, denn hier sind die Patienten meist noch sehr selbständig und durchaus unternehmungslustig. Es tritt nur immer wieder zeitweise Desorientierung und Verwirrung auf. Ein Umfeld von Menschen, die dann ohne Berührungsängste einfach weiterhelfen und Sicherheit verleihen, sorgt für eine höhere Lebensqualität.

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