In den Schuhen des anderen gehen
Menschen mit Demenz zeigen manchmal Verhaltensweisen mit denen wir nur schwer umgehen können. Um diese Situationen leichter meistern zu können, können Sie versuchen ‘in den Schuhen des anderen’ zu gehen, das heißt für die Zeit des Kontakts, versuchen die Welt aus den Augen des anderen zu sehen.
Validation
Wenn Sie jemanden betreuen, der an Demenz erkrankt ist, dann kennen Sie vermutlich Situationen, in denen Sie einfach nicht weiter wissen oder sich hilflos fühlen bzw. einfach nicht wissen, wie sie anders reagieren können, damit es zu keinem Konflikt kommt bzw. dieser entschärft werden kann. Validation ist eine Methode der verbalen und nonverbalen Kommunikation, um mit Menschen, die desorientiert sind, für beide Seiten zufriedenstellender zu kommunizieren.
Ausdruck von Emotionen bei Demenz
Für Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens angekommen sind, ist es wichtig, aufgestaute Gefühle, die sie Zeit ihres Lebens verdrängt oder verleugnet haben, auszudrücken. Es ist wichtig, dass sie die Möglichkeit bekommen, nicht nur Freude oder Liebe, sondern auch Angst, Ärger und Wut ausdrücken zu dürfen und von ihrem Gegenüber dabei validiert werden. Zu validieren bedeutet bedingungslose Akzeptanz und Wertschätzung. Validieren heißt ‘für gültig erklären’ – alles, was uns ein Mensch mit Demenz erzählt, alle Gefühle, die er ausdrückt, sind gültig und werden nicht korrigiert oder in Frage gestellt.
Die Grundhaltung in der Validation
Das Wichtigste für Sie ist die Grundhaltung mit der Sie Ihrem bzw. Ihrer Angehörigen begegnen. In der Validation verwenden wir Empathie. Das bedeutet, wir stellen für den Kontakt, alle unsere Gefühle, Gedanken – somit auch Meinungen oder Werte – beiseite indem wir uns zentrieren. Zentrieren ist die Technik, die diese Haltung möglich macht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich zu zentrieren. Am einfachsten gelingt dies über die Atmung. Wir schließen unsere Augen, legen unsere Hände auf unseren Bauch und beobachten unsere Atmung und atmen etwa 5x tief ein und aus. Erst dann widmen Sie sich Ihrem bzw. Ihrer Angehörigen.
Die Techniken der Validation
Das Zentrieren ist eine vorbereitende Technik für den Kontakt mit Ihrem bzw. Ihrer Angehörigen und Voraussetzung für das Gelingen desselben.
Eine verbale Technik, die sehr hilfreich sein kann, ist das Wiederholen bzw. Reformulieren des Gesagten mit dem gleichen Gefühl, mit dem Ihr bzw. Ihre Angehörige es gesagt hat. Sagt sie bzw. er zum Beispiel mit verärgertem Gesichtsausdruck und Tonfall: ‘Die Suppe schmeckt mir nicht!’. Dann versuchen Sie die Emotion aufzunehmen und wiederholen mit ernstem Gesichtsausdruck, Empathie und fragend: ”Die Suppe schmeckt dir nicht!?’. Das bedeutet, dass Sie Ihrem Gegenüber zuhören, es ernst nehmen und nicht mit einem ‘Gegenangriff’ oder einer ‘Verteidigung’ starten und Ihre bzw. Ihr Angehöriger wird sich mehr angenommen fühlen und daher die Situation nicht eskalieren.
Validation bietet in vielen Situationen, die eine Herausforderung für Sie sind, Lösungen, wenn Sie lernen, eine bestimmte Grundhaltung mittels verbaler und nonverbaler Techniken umzusetzen.