Kreative Therapien bei Demenzerkrankungen

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Kreative Therapien bei Demenzerkrankungen

Thema: Allgemein

In der Therapie und Betreuung von Menschen, die an Alzheimer oder anderen Demenzformen erkrankt sind, gibt es immer wieder neue Ansätze, die den Betroffenen dabei helfen sollen, zu mehr Ausgeglichenheit und Zufriedenheit zu kommen.
So kann es das Ziel dieser Therapien sein, ihnen mithilfe einer vertrauten Umgebung ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und verlorengegangene Erinnerungen hervorzubringen.

Mit einer Busfahrt gegen das Vergessen

Ein Beispiel hierfür ist der „Traumbus“, der in einem niederländischen Pflegeheim steht. Hierbei handelt es sich um eine Attrappe eines Reisebusses, die sich in der Eingangshalle des Heims befindet. Auch die Umgebung ist entsprechend gestaltet: Der ganze Eingangsbereich gleicht mit seinen hübschen Straßenlaternen einem kleinen Dorfplatz. An der „Haltestelle“ können die Bewohner jederzeit in den Bus steigen und sich auf den bequemen Sitzen niederlassen. Am Fenster ziehen die Straßen der Umgebung vorbei – dank realistischer Videoaufnahmen. So kommen bei einigen Bewohnern des Pflegeheims sogar Erinnerungen hoch. Plötzlich haben sie beispielsweise ein Bild davon, welche Straßen sie früher regelmäßig gegangen sind oder wo sie selbst oder ihnen nahestehende Menschen gewohnt haben. Das Gefühl, Bus zu fahren, wirkt auf viele Bewohner offenbar zudem sehr beruhigend. Und genau dieses Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit ist für Betroffene außerordentlich wichtig.

Die Milieutherapie

Im dänischen Svendborg setzt man ebenfalls auf die sogenannte Milieutherapie. Hierbei werden das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl durch eine besondere Gestaltung der äußeren Umgebung gesteigert. Die Bedürfnisse der an Alzheimer und Demenz erkrankten Menschen werden dabei unter Miteinbeziehung von persönlichen und individuellen Elementen in besonderer Weise berücksichtigt. In Svendborg legt man Wert darauf, den Betroffenen eine reale Umgebung zu bieten und sie nicht in eine Scheinwelt zu versetzen. Daher wurde hier ein komplettes Dorf für demenzkranke Menschen gebaut. In diesem Dorf mit Geschäften, einem Café, einer Bibliothek und einem Friseur können sich die Bewohner in einem geschützten und vertrauten Rahmen bewegen und sich sicher fühlen.

Virtual Reality gräbt Erinnerungen aus

Um Demenzkranken eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit zu ermöglichen, werden in der Therapie vielerorts auch Virtual Reality-Brillen eingesetzt. In Großbritannien gibt es das Projekt Way Back VR, das mit möglichst detailreichen Filmen von verschiedenen historischen Ereignissen Erinnerungen hervorbringt. Ein ähnliches Projekt existiert in Krefeld, wo mithilfe von historischen Fotos Straßenszenen aus der Vergangenheit wiederaufleben. Bei den Betroffenen weckt dies nicht nur Erinnerungen, auch die Lebensfreude wird dadurch gesteigert.

Licht- und Raumkonzepte

Während solche Methoden eher für das frühe Stadium der Erkrankung geeignet sind, kann ein Lichtkonzept als Therapiemethode auch im späteren Verlauf der Demenz eingesetzt werden. So gibt es Demenzstationen, die ein solches Konzept nutzen, um mit Kalt- und Warmtonlicht in verschiedenen Helligkeitsstufen das natürliche Licht im Tagesverlauf nachzustellen. Dies vermittelt den Erkrankten eine gewisse Tagesstruktur. Gleichzeitig werden Licht und Farben aufeinander abgestimmt, um eine Wohlfühlatmosphäre für die Patienten zu schaffen.

Auch wenn diese Ansätze schwerpunktmäßig jeweils andere Ziele verfolgen, sind sie doch alle geeignet, um Menschen mit einer Demenzerkrankung ein zufriedeneres Leben zu ermöglichen und um ihr Wohlbefinden deutlich zu steigern.

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