Thema Demenz rückt in Österreich auf die Agenda

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Thema Demenz rückt in Österreich auf die Agenda

Thema: Allgemein

Das Thema Demenz rückt auf der politischen Prioritätenliste nach oben und viele Initiativen stellen die Alzheimer-Erkrankung in den medialen Fokus.

Neben künstlerischer Umsetzung, wie im Film „Honig im Kopf“ von Til Schweiger, gibt es über Projekte im universitären Bereich zu berichten. Interessenvertreter aus dem Bereich Gesundheit und Soziales fordern die rasche Umsetzung eines nationalen Aktionsplans.

Im Februar wurde mit einer aktualisierten Neuauflage des „Demenzbericht Österreich“ von Seiten des Gesundheits- und Sozialministeriums eine Basis hierfür geschaffen.

„Gut leben mit Demenz“

Am 11. Februar 2015 wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Gut leben mit Demenz” der neue Demenzbericht des Gesundheits- und Sozialministeriums sowie der Gesundheit Österreich GmbH vorgestellt. Dieser soll als Basis für die Entwicklung einer nationalen Demenzstrategie dienen.

Schätzungen zufolge leben in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen mit verschiedenen Formen von Demenz. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln. Die Versorgung von Menschen mit Demenz wird eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft werden. In den kommenden Jahren werden  allerdings immer weniger Angehörige für die Betreuung zur Verfügung stehen.

Gründe dafür sind zum Beispiel die sinkende Anzahl von Kindern, die steigende Erwerbsquote bei Frauen oder eine längere Lebensarbeitszeit. Die im Regierungsprogramm verankerte Erarbeitung einer Demenzstrategie soll Empfehlungen für eine notwendige öffentliche Bewusstseinsbildung, Versorgungsstrukturen, Prävention und Früherkennung sowie Schulung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen liefern.

Oberösterreichisches Versorgungsmodell als Vorbild

Die unabhängige UN-Expertin für die Menschenrechte Älterer, Rosa Kornfeld-Matte (Chile) traf im Jänner zu einem Arbeitsgespräch mit der wissenschaftlichen Leiterin der MAS Alzheimerhilfe, Dr. Stefanie Auer, in Wien, zusammen. Die studierte Soziologin Kornfeld-Matte interessierte sich besonders für das Modell der Demenzservicestellen der MAS Alzheimerhilfe in Oberösterreich und die Chance einer österreichweiten Implementierung.

Der Verein MAS Alzheimerhilfe steht als Impulsgeber für eine fortschrittliche bedürfnisgerechte Begleitung von Personen mit Demenz unter Einbeziehung der Familien und des Umfeldes, sowie als kompetenter Ansprechpartner auch im Aus- und Weiterbildungsbereich und in der Forschung. Darüber hinaus entwickelt der Verein praxisorientierte Konzepte, die Personen mit Demenz und ihren Angehörigen wieder Lebensqualität und Lebensfreude erleben lassen.

Demenzfreundliche Apotheken

Im Rahmen des Projekts „Demenzfreundliche Apotheken“ soll eruiert werden, ob durch öffentliche Apotheken als niederschwellig zugängliche Gesundheitseinrichtungen Wissen und Handlungskompetenzen von Mitarbeitern zu den Themen Demenz, personenzentrierte Kommunikation mit Menschen mit Demenz und zu Beratungsangeboten gestärkt werden können.

Darüber hinaus soll das Thema Demenz  enttabuisiert werden. Das Projekt (Projektende Dezember 2015) wird von der IFF-Palliative Care und Organisationsethik geleitet (Universität Klagenfurt) und in Kooperation mit der österreichischen Apothekerkammer (Landesgruppe Wien und Niederösterreich) sowie mit der Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria durchgeführt.

Quellen:
www.alzheimer-hilfe.at

www.goeg.at
www.bmg.gv.at
Download Demenzbericht: http://www.goeg.at/de/GOEG-Aktuelles/Neu-Oesterreichischer-Demenzbericht-2014.html
www.uni-klu.ac.at

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