Sturzprophylaxe

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Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe ist bei älteren Menschen generell, bei Demenzerkrankten im Speziellen, eine unverzichtbare Maßnahme.

 

Warum die Vorsorge gegen Sturzgefahr besonders wichtig ist?

Ältere Menschen stürzen häufiger und folgenschwer. So stürzt jeder dritte 65-Jährige einmal im Jahr und etwa jeder zweite 70-Jährige ist bereits einmal gestürzt. Bei Demenzerkrankten ist die Sturzrate noch höher. Untersuchungen der Universität Rotterdam ergaben, dass in der von einem Forschungsteam untersuchten psychogeriatrischen Einrichtung je Bewohner zu beinahe drei Stürzen im Jahr kamen. Auch die Folgen von Stürzen sind gravierend. Während bei Senioren ohne Alzheimer-Erkrankung etwa jeder zehnte bis fünfte Sturz zu einer Verletzung führte, sind es in der Studie der Rotterdamer Erasmus Universität jeder dritte Sturz bei Demenzerkrankten. Bei beiden Personengruppen liegt die Frakturrate zwischen drei und fünf Prozent – besonders die Hüfte ist dann betroffen.

Welche besonderen Sturzgefahren ergeben sich aus der Erkrankung an Demenz?

Wenn Sie die Sturzgefahr durch geeignete Prophylaxemaßnahmen minimieren möchten, müssen Sie sich zunächst mit den Ursachen für Stürze beschäftigen. Die meisten Stürze im Alter bzw. von an Alzheimer erkrankten Menschen sind nicht durch äußere Faktoren bedingt. Mit äußeren Faktoren sind beispielsweise Stolperfallen aber auch das Anrempeln durch andere Personen gemeint. Eine höhere Unfallursache sind die sogenannten riskanten Tätigkeiten. So ereignet sich etwa jeder fünfte Unfall durch eine riskante körperliche Aktivität wie Schuhzubinden im Stehen. Die weitaus größere Anzahl von Stürzen wird jedoch durch intrinsische Faktoren verursacht. Diese bezeichnen Faktoren, die in der Person des Verunfallten liegen wie Erkrankungen und die Einnahme von Medikamente. Das Forscherteam der Erasmus Universität Rotterdam fand heraus, dass die verordneten Antidepressiva ursächlich mit einer großen Anzahl von Stürzen zusammenhing. Das Risiko eines Sturzes erhöhte sich je nach Dosis bis um das Dreifache. Potenziert wurde dies noch durch die Einnahme von Hypnotika.

Geeignete Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Die Maßnahmen zur Sturzprophylaxe lassen sich entsprechend den Ursachen in drei Kategorien einteilen:

  • personenbezogen
  • umfeldbezogen
  • medikamentenbezogen

Eine Grundlage für eine erfolgreiche Sturzprophylaxe bilden personenbezogene Maßnahmen. Verschiedene Trainingsprogramme können dafür sorgen, dass Sie ausreichend Muskelkraft und ein gutes körperliches Balancegefühl entwickeln oder erhalten. In der Regel reichen wenigstens zwei Trainingseinheiten in der Woche, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die regelmäßige Überprüfung der Sehfähigkeit. Bei den medikamentenbezogenen Maßnahmen steht das Gespräch mit dem betreuenden Arzt an erster Stelle. Versuchen Sie Alternativen für die Einnahme oder Dosierung von Antidepressiva zu finden. Therapiealternativen sind aus Sicht der Rotterdamer Universität ein probates Mittel, um Sturzgefahren zu minimieren. Die umfeldbedingten Sturzprophylaxen beschränken sich nicht allein auf sichere Hilfsmittel. Manchmal reicht ein kaputter Schnürsenkel aus, um einen Sturz zu verursachen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig Ihre Kleidung auf Passform und Zustand.

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