Tabuthema Inkontinenz 1 von 2

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Tabuthema Inkontinenz 1 von 2

Harninkontinenz tritt bei einer Alzheimer-Erkrankung häufig auf. Ist schon die Erkrankung selbst ein Tabu, ist es Inkontinenz erst recht. Gerade der unkontrollierte Verlust von Urin bringt viele Angehörige auch durch die Geruchsbelästigung an ihre Grenzen. 

Umso wichtiger ist es, das Thema offen anzusprechen und darauf hinzuweisen, wie damit in der Praxis umgegangen werden kann. Den Betroffenen – Angehörigen und Erkrankten – ist es in der Praxis meist gleichermaßen peinlich, Schuldgefühle und Überforderung die Konsequenzen. Damit ist jedoch niemandem geholfen. Treten die „ersten Missgeschicke“ auf, sollte möglichst offen darüber gesprochen werden.

Gründe für Harninkontinenz

Patienten, die an einer Alzheimer-Demenz erkrankt sind, weisen fast doppelt so häufig eine Harninkontinenz auf wie gesunde Menschen in der vergleichbaren Altersgruppe ohne Demenz. Stuhlinkontinenz tritt seltener auf. Die Ursachen des unkontrollierten Wasserlassens können einerseits in Gehirnschädigungen liegen, die die Funktion die Blase zu kontrollieren beeinträchtigen, es kann allerdings auch „nur“ eine Blasenentzündung vorliegen.

Andererseits sind vor allem im Anfangsstadium praktische Gründe ausschlaggebend: die Toilette wird nicht (rechtzeitig) gefunden, es wird schlicht und einfach darauf vergessen oder Reißverschluss beziehungsweise Knöpfe können selbständig nicht mehr geöffnet werden. Gerade für Betroffene ist es schwierig zu akzeptieren, dass sie nicht mehr selbständig den Toilettengang bewältigen können und verschweigen häufig ihre Probleme.

Risiko für Infektionen und Ausschläge

Wenn die Entleerung der Blase nicht mehr kontrolliert möglich ist, kann dies Funktionsstörungen der Niere verursachen, weil sich vermehrt Bakterien bilden können. Darüber hinaus verursacht die permanente Feuchtigkeit auf der Haut durch den Urin schnell Hautreizungen, Ausschläge und Ekzeme. Neben den körperlichen Auswirkungen dürfen die seelischen Folgen nicht außer Acht gelassen werden.

Die Angst eines „Hoppalas“ treibt viele Patienten und ihre Angehörige aus Scham verstärkt in die soziale Isolation. Die Lebensqualität wird weiter beeinträchtigt und viele Betroffene erfahren dadurch noch eine weitere Schwächung ihres Selbstwertgefühls bis hin zu depressivem Verhalten. Zur Abklärung ist es wichtig, in jedem Fall einen Mediziner aufzusuchen und Rat einzuholen.

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