Polypharmazie im Alter

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Polypharmazie im Alter

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Arzneimittel helfen viele Krankheiten und Beschwerden unter Kontrolle zu bringen, aber sie haben auch Nebenwirkungen. Diese dürfen nicht aus den Augen verloren werden.

Die Ursache von Polypharmazie im Alter

Wir werden immer älter und erreichen eine durchschnittliche Lebenszeit, die höher ist als die unserer Vorfahren. Aber mit zunehmendem Alter nehmen meist auch die Behandlungsbedürftigen Beschwerden und Krankheiten zu. Oft reicht die Behandlung durch den Hausarzt nicht aus und Fachärzte werden zu Rate gezogen. Diese Besuche bei verschiedenen Fachärzten führen oft zur Verschreibung von unterschiedlichen Pharmazeutika ohne Abstimmung mit den bereits von anderen Ärzten verschriebenen Mitteln. Oft kommen noch Beruhigungsmittel hinzu, damit unruhige Patienten schlafen können. Dadurch erhöht sich die Menge der täglich eingenommenen Arzneimittel immer mehr.

Die Gefahren von Polypharmazie

Unter Polypharmazie versteht man die Einnahme mehrerer verschiedener Medikamente pro Tag. Viele ältere Menschen schlucken zehn und mehr verschiedene Arzneimittel täglich. Dadurch erhöht sich die Gefahr der Wechselwirkungen, denn die Mittel können miteinander interagieren und unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Sie können sich gegenseitig verstärken oder abschwächen und sogar neutralisieren. Zudem kann eine größere Menge verschiedener Arzneimittel dazu führen, dass versehentlich falsche Dosierungen eingenommen werden. Als Faustregel gilt, dass die Einnahme von fünf verschiedenen Tabletten täglich die Gefahr von Wechselwirkungen verdoppelt, bei sieben bis acht unterschiedlichen Arzneien steigt sie sogar um das Dreifache. Es wird davon ausgegangen, dass zwei bis zwölf Prozent aller Krankenhauseinweisung auf das Konto unerwünschter Wechselwirkungen gehen.

Gegenmaßnahmen

Wer Arzneimittel von verschiedenen Ärzten verschrieben bekommen hat, sollte diese alle dem Hausarzt zur Begutachtung vorlegen. Der Hausarzt kann die Mittel durchsehen, gegebenenfalls reduzieren und solche ausschließen, die in der Gesamtheit nicht passen. Es soll auf kein dringend nötiges Mittel verzichtet werden, aber oft ist im Überblick erkennbar, dass der Wirkstoff einer Arznei bereits in einer anderen zur Verfügung steht. Auch kann es Verschreibungen von Wirkstoffen geben, die nicht zusammen angewendet werden sollen. Der Hausarzt sollte ebenfalls alle Mittel auf ihre Eignung für die Behandlung von älteren Menschen prüfen. Aufgrund des im Alter veränderten Stoffwechsels gibt es einige Medikamente, die bei Senioren nicht mehr verwendet werden sollten.

Ein Hilfsmittel, das dazu dient, eine falsche oder unregelmäßige Einnahme zu vermeiden, ist eine Wochenpillendose. In ihr können Patienten oder Pflegende die tägliche Dosis an Tabletten schon für eine komplette Woche abgezählt bereithalten. Das ist vor allem eine nützliche Hilfe für Patienten, die bereits sehr vergesslich oder verwirrt sind.

Für Arzneimittel sollte die Devise lauten: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.

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